Wirtschaft in China
China hat Japan 2010 als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt abgelöst: Das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in China betrug im Jahr 2010 rund 5,9 Billionen US-Dollar und fiel damit circa 400 Milliarden US-Dollar höher aus als in Japan. Für 2011 rechnet der Internationale Währungsfond (IWF) mit einem chinesischen Bruttoinlandsprodukt in Höhe von rund 7 Billionen US-Dollar.
Umgerechnet auf die Bevölkerung ist das Land mit einem geschätzten
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in China von rund 5.200 US-Dollar im Jahr 2011 allerdings noch deutlich von den Industrienationen entfernt (
Länder mit dem größten BIP pro Kopf 2011).
WirtschaftswachstumDie chinesische Wirtschaft ist in den letzten Jahren und auch während der weltweiten Wirtschaftskrise weiter stark gewachsen. Das
reale Wachstum des BIP in China in den Jahren von 2008 bis 2011 lag bei jeweils etwa 9 bis 10 Prozent. Für das Jahr 2012 erwartet die chinesische Zentralregierung allerdings nur noch ein Wachstum von 7,5 Prozent.
StaatsschuldenIm Gegensatz zu vielen Industrieländern ist die
Staatsverschuldung in China vergleichsweise gering: Bis 2009 lag sie unter 20 Prozent des BIP. 2010 war jedoch ein Anstieg der chinesischen Staatsverschuldung auf fast 34 Prozent zu verzeichnen. Für 2011 rechnet der IWF mit einer Staatsverschuldung von rund 27 Prozent in Relation zum chinesischen Bruttoinlandsprodukt.
ArbeitslosigkeitDie
Arbeitslosenquote in China lag in den letzten Jahren konstant bei etwas über 4 Prozent. Für 2011 rechnet der IWF mit einer Arbeitslosenquote von 4 Prozent.
InflationDie
Inflation in China war in den letzten Jahren starken Schwankungen unterworfen. So lag die Inflationsrate im Jahr 2008 bei fast 6 Prozent, während die Preise im Jahr darauf um 0,7 Prozent sanken. 2010 legten die Preise im Durchschnitt wieder um 3,3 Prozent zu und für das Jahr 2011 rechnet der IWF sogar wieder mit einer Preissteigerungsrate von 5,5 Prozent.
WirtschaftsstrukturAnders als in den Industriestaaten nimmt die Landwirtschaft eine wichtige Position in der chinesischen Wirtschaft ein. So waren im Jahr 2008 mit 39,5 Prozent die meisten Erwerbstätigen im Agrarsektor beschäftigt (
Erwerbstätige nach Wirtschaftssektoren in China). Allerdings erwirtschafteten sie lediglich gut 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (
Anteile der Wirtschaftssektoren am Bruttoinlandsprodukt in China). Zudem hat sich der Anteil der Landwirtschaft sowohl an den Erwerbstätigen als auch an der Wirtschaftsleistung in den letzten Jahren merklich verringert. Nähere Informationen im Artikel Landwirtschaft in China. Den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2010 hatte die Industrie mit knapp 47 Prozent.
HandelSeit 2009 ist China die exportstärkste Nation der Welt („Exportweltmeister“). Im Jahr 2010 hatte der
Export von Gütern aus China einen Wert von rund 1,6 Billionen US-Dollar. Der
Import von Waren nach China fiel mit einem Wert von etwa 1,4 Billionen US-Dollar geringer aus, sodass in der
Handelsbilanz bei den Gütern in China ein Überschuss von rund 180 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen war.