Daten & Fakten zu Staatsschulden
Staatschulden sind Schulden von Staaten. Als Staatsverschuldung wird die Gesamtheit aller Kredite der öffentlichen Haushalte bezeichnet. Die Verschuldung von Staaten hat im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise zugenommen.
Die
Staatsschulden lagen 2009 in Deutschland bei fast 80 Prozent des Bruttoinlandprodukts und sogar bei über 190 Prozent der Steuereinnahmen. Deutlich höher ist diese Quote zum Beispiel in Japan, wo die Staatsschulden 214 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und 678 Prozent des jährlichen Steueraufkommens betrugen.
Keine Staatsschulden haben die Länder Brunei Darussalam und Timor-Leste, eine nur gering Staatsschuldenquote hat Hong-Kong mit 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (Stand: 2007).
Der
Schuldenstand der öffentlichen Haushalte in Deutschland lag 2009 bei knapp 1.700 Milliarden Euro. Besonders stark stieg die Verschuldung in den 1970er Jahren. Von 1969 bis 1980 erhöhte sie sich sie von 59 Milliarden auf rund 240 Milliarden Euro. Einen weiteren deutlichen und in absoluten Zahlen sogar noch stärkeren Zuwachs erlebte Deutschland nach der Wiedervereinigung. Von 1990 bis 1995 verdoppelte sich die Staatsverschuldung innerhalb von fünf Jahren nahezu von 538 auf über 1.000 Milliarden Euro.
Staatsschulden können zu sogenannten Schuldenkrisen führen, wenn Staaten ihre Schulden nicht zurückzahlen können. Ein solcher Zahlungsausfall wurde 2010 von vielen Experten im Fall von Griechenland befürchtet. Im Jahr 2010 beträgt die
Staatsverschuldung dort mehr als 116 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In einer
Umfrage im März 2010 befürchteten mehr als 20 Prozent der Deutschen, dass die Schuldenkrise Griechenlands auch auf Deutschland übergreifen könnte.
Autor: Tilman Weigel