Verlagswesen

Als Verlagswesen kann die Gesamtheit aller Buch-, Musik-, Zeitungs- und Zeitschriftenverlage bezeichnet werden. Seltener ist damit ein System der dezentralen Produktion gemeint.


Umsätze im Verlagswesen

 

Den höchsten Umsatz im Verlagswesen in Deutschland erzielten im Jahr 2013 Fach- und Schulbuchverlage. An der Spitze stehen dabei die Springer Science and Business Media mit einem Umsatz von mehr als 466 Millionen Euro und die Klett-Gruppe mit rund 447 Millionen Euro Jahresumsatz. Viele Verlage sind im Besitz von Mediengruppen. Das Ranking der zwanzig größten Belletristik- und Sachbuchverlage führt mit weitem Abstand Random House mit einem Jahresumsatz von 340 Millionen Euro an. Dabei konnte Random-House auch die meisten Titel auf den Top-25-Platzierungen der Hardcover-Bestsellerlisten platzieren. 

 

Die umsatzstärkste Verlagsgruppe in Deutschland ist die Bertelsmann AG mit einem Umsatz von knapp drei Milliarden Euro (Stand 2008) vor der Holtzbrinck-Gruppe mit einem Umsatz von rund 1,3 Milliarden (Stand 2006).

 

Größter Verlag weltweit war im Jahr 2013 Pearson aus Großbritannien mit einem Umsatz von mehr als 9,3 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Reed Elsevier (7,3 Milliarden US-Dollar) und Thomson Reuters (5,6 Milliarden US-Dollar).

 

Der Zeitungsmarkt

 

Im Verlagswesen zählt der Zeitungsmarkt zu den wichtigsten und umkämpftesten Geschäftsfeldern. Insgesamt wurden 2013 mit Zeitungen Umsätze von mehr als 7,9 Milliarden Euro erzielt, wobei der größte Anteil auf Tageszeitungen entfiel. Dabei ist in Deutschland ist der Markt für Kaufzeitungen stark konzentriert. Fast 80 Prozent des Umsatzes entfielen im Jahr 2014 auf die Verlagsgruppe Axel Springer AG, die unter anderem die Bild-Zeitung herausgibt. Bei den Abonnementzeitungen hingegen war die Verlagsgruppe Stuttgarter Zeitung mit einem Umsatzanteil von über 11 Prozent am erfolgreichsten.

 

Die Prognose-Daten zum Umsatz der Branche Verlegen von Zeitungen sieht allerdings keine rosige Zukunft voraus: Bis zum Jahr 2020 soll der Branchenumsatz auf rund 7,9 Milliarden Euro geschrumpft sein. 

 

Herausforderung: Digitalisierung

 

Im Verlagswesen werden Chancen und Herausforderungen durch die Digitalisierung diskutiert. Laut einer Prognose des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) werden im Jahr 2013 mehr als elf Prozent der Umsätze im Verlagswesen auf Online- und internetbasierte Geschäfte entfallen. Im Jahr 2009 lag der Anteil noch bei rund acht Prozent. Der Umsatzanteil von E-Books im deutschen Buchmarkt ist in den letzten Jahren stark angesiegen: lag der Umsatzanteil 2010 von bei 0,5 Prozent, hatte sich dieser 2014 auf 4,3 Prozent vervielfacht.

 

Auch die Zeitungs- und Zeitschriftenbranche sucht noch nach effektiven Wegen der Monetarisierung von Online- bzw. digitalen Inhalten. Die Höhe der verkauften E-Paper-Auflage in Deutschland entwickelt sich jedoch in den letzten Jahren ebenfalls positiv: Im Jahr 2014 verzeichnete die Branche 590.000 verkaufte E-Paper. 

 

Einige Verlage und Verlagsgruppen erzielen schon jetzt große Anteile ihres Gesamtumsatzes durch digitale Medien: Die Nase vorn hat hier im Jahr 2013 Hubert Burda Media mit 53,5 Prozent, gefolgt von Axel Springer mit 47,9 Prozent. 

 

Transaktionen im Verlagswesen

 

Überblick über Käufe, Verkäufe und Beteiligungen im Verlagswesen gibt der jährlich erscheinende Transaktionsmonitor von Bartholomäus & Cie. Das Marktvolumen der M&A Transaktionen in der Verlagsbranche in Deutschland lag im Jahr 2014 bei rund 7,1 Milliarden Euro.

 

 

Weitere redaktionell zusammengestellte Informationen finden Sie im Dossier zum Thema Verlagswesen in Deutschland

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