Daten & Fakten zur kommunalen Abfallwirtschaft
Die kommunale Abfallwirtschaft entsorgt und deponiert die in Privathaushalten angefallenen Abfälle. Teil der kommunalen Abfallwirtschaft sind die Bereiche Entsorgung von Abfällen, Mülldeponien, Verwertungsanlagen sowie die statistische Auswertung und Erhebung des öffentlichen Abfallaufkommens. Meist werden nur öffentliche Entsorgungsunternehmen zur kommunalen Abfallwirtschaft gezählt, private Entsorgungsdienste gehören nicht zu dieser Branche.
Die kommunale Abfallwirtschaft in Europa lagert nach Angaben von Eurostat etwa 40 Prozent des angefallenen Mülls auf Deponien (Stand 2008). Ein Viertel der Abfälle konnte recycelt werden, ein Fünftel der
kommunalen Abfallmenge wurde verbrannt und 15 Prozent durch Kompostierung verwertet. In Deutschland konnte fast die Hälfte des angefallenen kommunalen Abfalls durch Recycling wiederverwertet werden. In Polen hingegen lagert fast 90 Prozent der kommunalen Abfälle auf Deponien. In 2006 waren die Niederlande mit einer Recycling-Quote von knapp 65 Prozent die europaweit führende Nation im Bereich
kommunale Abfallverwertung. Portugal konnte nicht einmal vier Prozent seiner Abfälle recyclen. Dänemark produziert die größte
Menge kommunaler Abfälle pro Person: mehr als 800 Kilogramm (Stand 2008). Dahinter folgen Zypern mit 770 Kilogramm und Irland mit mehr als 730 Kilogramm Abfallaufkommen pro Person. In Deutschland liegt das kommunale Abfallaufkommen bei über 580 Kilogramm pro Kopf. Die niedrigste Hausmüllmenge produzieren die Tschechen: 306 Kilogramm pro Person.
Je nach Bundesland muss die kommunale Abfallwirtschaft unterschiedlich stark mit privaten Entsorgern konkurrieren. In Hamburg und in Berlin wird die Beseitigung von Haushaltsmüll nicht an
private Entsorgungsunternehmen vergeben (Stand 2007). In Mecklenburg-Vorpommern hingegen besitzen private Abfallunternehmen einen Anteil von 90 Prozent am Hausmüllmarkt.