Die bekannteste und meist genutzte Rabattaktion sind die Prämien für Treuepunkte.
(Hamburg/Mölln) Seit dem Fall des Rabattgesetzes überbieten sich Handel und Hersteller mit mehr oder weniger kreativen Sparideen für die Verbraucher. Die bekannteste und meist genutzte Rabattaktion von Handel und Hersteller sind die Prämien für Treuepunkte. 87 Prozent der Deutschen haben in den letzten drei Monaten eine Treuepunktaktion bemerkt und 42 Prozent haben an einer teilgenommen. Dass man beim Kauf von zwei oder mehr Teilen eins gratis bekommt, ist 83 Prozent der Befragten im Handel aufgefallen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts hat jeder dritte Deutsche (33%) zwischen März und Juni 2008 an einer solchen Aktion teilgenommen.
Während die Treuepunktaktion sich seit der 2005 schon einmal durchgeführten Umfrage hinsichtlich Bekanntheit und Nutzung kaum geändert hat, verzeichnete die „Kauf von 2 – 1 gratis-Aktion“ die größte Steigerung gegenüber 2005, sowohl beim Bekanntheitsgrad (von 68% auf 83%) als auch bei der Nutzung (von 25% auf 33%).
Auch Rabattaktionen zu Geschäftsjubiläen wurden im gleichen Befragungszeitraum vor drei Jahren noch deutlich seltener bemerkt als heute. Gut drei Viertel (79%) der Befragten haben in den letzten Monaten eine solche Aktion wahrgenommen, 2005 waren es nur zwei Drittel (66%). Heute wie vor drei Jahren hat allerdings nur gut jeder Fünfte (23%/22%) daran teilgenommen.
Prämien für das Anwerben neuen Kunden und Rabatte zur Neueröffnung sind altbekannte Aktionen, die zwar nach wir vor von jeweils etwa zwei Drittel der Befragten wahrgenommen werden, jedoch in den letzten drei Monaten nur von 8 bzw. 15 Prozent der Konsumenten genutzt wurden.
Frauen sammeln am liebsten Punkte
Mit Ausnahme der Aktionen zu Geschäftsjubiläen werden die Rabattaktionen überdurchschnittlich von jüngeren Konsumenten genutzt (14-29 Jahre), vor allem bei Prämien für das Anwerben neuer Kunden, wenn man ein Teil gratis bekommt beim Kauf von zweien und bei Treuepunktprämien sind junge Konsumenten signifikant häufiger dabei als ältere. Frauen nutzen als geborene „Sammlerinnen“ signifikant häufiger als Männer Treuepunktaktionen.
Interessanterweise unterscheiden sich Geringverdiener bei der Nutzung von Rabattaktionen nicht von Spitzeneinkommensbeziehern!
Geld-zurück-Garantie gewinnt an Bekanntheit, verliert aber Vertrauen
Die von Diätpillen über Joghurt bis hin zu Pkw angebotene Geld-zurück-Garantie haben drei von vier Verbrauchern (77%) in den letzten drei Monaten bemerkt, das sind sieben Prozent mehr als 2005. 17 Prozent geben an, an einer Geld-zurück-Aktion teilgenommen zu haben, eine leichte Steigerung von vier Prozent gegenüber der letzten Messung.
Zwar finden vier von zehn Befragten (41%) die Geld-zurück-Garantie besser als andere Rabattangebote, vor allem die Senioren ab 60 Jahren stimmen dem zu (49%). Allerdings stimmt nur knapp jeder Dritte (30%) der Aussage „Solche Aktionen erhöhen mein Vertrauen in den Hersteller“ zu, für 46 Prozent trifft das nicht zu, der Rest ist unentschieden. 2005 erhöhte die Geld-zurück-Garantie noch bei 36 Prozent das Vertrauen in den Hersteller. Im Westen der Republik schafft die Rabattaktion bei deutlich mehr Befragten Vertrauen als im Osten (31% gegenüber 26%). Entsprechend würde nur jeder dritte Konsument (34%) ein Produkt mit Geld-zurück-Garantie eher kaufen als ein anderes Produkt – dieser Wert ist gegenüber 2005 ebenfalls um sechs Prozent zurückgegangen. Heute vergeben 47 Prozent sogar die niedrigsten Zustimmungswerte 1 und 2.
Liegt dieser Imageverlust vielleicht an mangelnder Glaubwürdigkeit der Maßnahme? Immerhin glaubt jeder dritte Befragte (32%) nicht, dass er sein Geld wirklich zurückbekommt. Mit je 37 Prozent sind vor allem die Frauen und Befragte in Ostdeutschland misstrauisch. Vor drei Jahren zweifelten nur 28 Prozent. Bleiben aber 42 Prozent, die an das Funktionieren der Aktion glauben, 24 Prozent sind unentschieden. Hinzu kommt, dass der Geld-zurück-Aspekt an sich, wie gezeigt wurde, zwar nicht unattraktiv ist, 43 Prozent aber der Meinung sind, der Aufwand, ein Produkt zurück zu geben lohne sich nicht. 2005 hielten nur 36 Prozent der Befragten die Rückgabe für zu mühsam.
Jeder Dritte (35%) schließlich lehnt es generell ab, an Geld-zurück-Aktionen teilzunehmen, dieser Wert hat sich gegenüber 2005 (32%) kaum geändert. Frauen sind mit 43 Prozent deutlich stärker unter den Ablehnern vertreten. Ebenso nimmt die negative Einstellung mit steigendem Lebensalter deutlich zu.