Wirtschaft in Deutschland

Konjunktur erholt sich weiter<br>Foto: pseudoliterat, flickr/cc Konjunktur erholt sich weiter
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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich in den vergangenen Monaten weiter deutlich verbessert: Aktuell bewerten 49 Prozent der Unternehmen ihre Lage positiv – im vergangenen Oktober lag der Anteil nur bei 42 Prozent. Eine Verbesserung im Verlauf der kommenden sechs Monate erwarten aktuell 62 Prozent – vor drei Monaten waren 52 Prozent optimistisch. Gleichzeitig steigt auch das Vertrauen in wichtige Branchen: Insbesondere die deutsche Industrie und der Dienstleistungssektor genießen ein hohes Ansehen. Auch Versicherungen und Banken werden positiver bewertet als im Oktober. Deutlich gesunken ist hingegen das Vertrauen in die Stabilität des Euros sowie in die Arbeit von Regierungen im Allgemeinen sowie in die Bundes- und Landesregierungen.

Das sind Ergebnisse der zweiten Ausgabe des „Ernst & Young Vertrauensindex“, einer Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young unter 700 Unternehmen in Deutschland. Der Vertrauensindex wird quartalsweise durchgeführt, um die Entwicklung des Vertrauens in der deutschen Wirtschaft zu untersuchen.

Über eine schlechte Situation klagen aktuell nur noch 19 Prozent der Betriebe – im Oktober 2009 lag der Anteil noch bei 23 Prozent, im Juli 2009 sogar bei 33 Prozent. Über alle Branchen hinweg hat sich die Lage verbessert, am stärksten bei Dienstleistungs- und Industrieunternehmen, wo der Anteil der Positivbewertungen von 31 auf 43 Prozent bzw. von 26 auf 38 Prozent stieg. Auch mittel- und langfristig sehen die Manager sogar einen klaren Aufwärtstrend: Der Anteil der Optimisten steigt auf Zwölf-Monats-Sicht auf 71 Prozent.

„Trotz des unerwartet schwachen vierten Quartals des vergangenen Jahres hat sich die Lage der Unternehmen in Deutschland weiter stabilisiert. Die Realwirtschaft erholt sich zusehends, der Optimismus gewinnt weiter an Kraft“, stellt Georg Graf Waldersee, Managing Partner Deutschland, Schweiz, Österreich bei Ernst & Young fest. Die Verbesserung der Lage sei vor allem auf die wachsende Nachfrage vonseiten der Schwellenländer – allen voran China – zurückzuführen. „Die chinesische Volkswirtschaft hat sich in der Krise als erstaunlich robust erwiesen und nun die Rolle der Wachstumslokomotive für die Weltwirtschaft übernommen“. Das komme nun der Exportnation Deutschland zugute. „So stark wie Deutschland unter dem Einbruch der weltweiten Nachfrage gelitten hat, so sehr können wir nun vom Anziehen der Exporte profitieren“, stellt Graf Waldersee fest. Von der Binnennachfrage gehen aber kaum noch Wachstumsimpulse aus.

Während die weltweite Konjunkturentwicklung Anlass zu Hoffnung gibt, seien andere Probleme allerdings nach wie vor ungelöst, so Graf Waldersee: „Die Immobilienkrise in den USA, die schwierige Lage vieler Banken, steigende Arbeitslosenzahlen – all das sorgt weiter für Verunsicherung und steht einer nachhaltigen Erholung des Vertrauens im Wege“. Und er erwartet, dass zusätzliche Belastungsproben bevorstehen: „Wir werden wohl noch weitere Verwerfungen an den internationalen Märkten sehen. Andererseits: Die Märkte verkraften schlechte Nachrichten derzeit relativ gut – ein gewisses Grundvertrauen ist wiederhergestellt.“

Zudem werden nun die Auswirkungen der Krise auf die Staatsfinanzen immer deutlicher. „Die ausufernde Staatsverschuldung und die Sorge vor der Zahlungsunfähigkeit von Staaten werden uns in den kommenden Monaten und vielleicht sogar Jahren beschäftigen. Diese Konsequenzen des Wirtschaftseinbruchs und der Konjunkturprogramme werden nun immer deutlicher sichtbar und trüben die Stimmung in der Wirtschaft“.