Fußball in Europa

Bayern verteidigt den vierten Rang<br>Foto: a4gpa, flickr/cc Bayern verteidigt den vierten Rang
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Mit fünf Clubs ist die Fußball-Bundesliga die zweitstärkste Liga in der „Deloitte Football Money League“: Die deutschen Clubs FC Bayern München, Hamburger SV, FC Schalke 04, SV Werder Bremen sowie Borussia Dortmund unterstreichen damit ihre kontinuierlich positiven Umsatzentwicklungen. Dennoch wird das Ranking der zwanzig umsatzstärksten europäischen Fußball-Clubs weiterhin von sieben Vertretern der englischen Premier League dominiert, während die italienische Serie A vier und die spanische Primera Division sowie die französische Ligue 1 jeweils zwei Clubs stellen. In der Saison 08/09 erwirtschafteten die Top-20-Clubs einen kumulierten Gesamtumsatz von über 3,9 Mrd. Euro − eine Erlössteigerung von 26 Mio. Euro gegenüber der Vorsaison − obwohl neun der zwanzig Clubs einen Rückgang hinnehmen mussten.

„Trotz der Spitzenpositionen der beiden spanischen Traditionsclubs unterstreicht die englische Premier League ihre wirtschaftliche Dominanz im europäischen Fußball − insbesondere vor dem Hintergrund des schwachen britischen Pfunds gegenüber dem Euro. Der FC Bayern München behauptet seine Top-Position und könnte bei einem diesjährigen erfolgreichen Abschneiden in der UEFA Champions League die magische 300-Mio.-Euro-Umsatzgrenze in der laufenden Saison erreichen“, erläutert Stefan Ludwig, Senior Manager der Sport Business Gruppe bei Deloitte.

Spanische Ausnahme-Clubs führen die Top 20 an

Real Madrid und der FC Barcelona führen das Ranking mit 401,4 Mio. Euro bzw. 365,9 Mio. Euro für 08/09 an. Die Königlichen behaupten bereits zum fünften Mal in Folge ihre Spitzenposition und durchbrechen als erster Club die magische 400-Mio.-Euro-Schallmauer. Durch eine der erfolgreichsten Spielzeiten in der Vereinsgeschichte verdrängten die Katalanen Manchester United vom zweiten auf den dritten Rang (327,0 Mio. Euro). Der deutsche Rekordmeister FC Bayern München verteidigt seinen vierten Platz mit einem Gesamtumsatz von 289,5 Mio. Euro und bleibt der umsatzstärkste Bundesliga-Vertreter 08/09. Die Bayern blieben in der Saison 08/09 zwar ohne Titel, generierten allerdings durch die TV-Zentralvermarktung der UEFA Champions League TV-Erlöse in Höhe von 34,6 Mio. Euro − die wesentlich zur Umsatzsteigerung dieser Kategorie um 20,2 Mio. Euro (41%) auf 69,6 Mio. Euro beitrugen. Dennoch erreichte der Rekordmeister nicht ganz sein Vorjahresergebnis von 295,3 Mio. Euro (-1,7%).

Die englische Konkurrenz aus Arsenal (263,0 Mio. Euro), Chelsea (242,3 Mio. Euro) und Liverpool (217,0 Mio. Euro) folgt auf den Plätzen fünf bis sieben. Drei Clubs der italienischen Serie A belegen die Plätze acht bis zehn: Juventus Turin (203,2 Mio. Euro) verbesserte sich um drei Plätze auf Rang acht, die beiden Mailänder Clubs Inter und AC (beide 196,5 Mio. Euro) folgen.

Die beiden Hansestädte und Ruhrgebiets-Clubs komplettieren den deutschen Erfolg

Der Hamburger SV verbesserte sich mit einem neuen Rekordumsatz von 146,7 Mio. Euro um vier Plätze auf Position elf. Insbesondere die Halbfinal-Teilnahme im UEFA-Cup führte zu Erlössteigerungen in allen drei Umsatzkategorien (Spieltag, TV, Sponsorship) – insgesamt verdoppelte der Club seinen Umsatz in den vergangenen fünf Jahren. Nach dem Rekordumsatz der Saison 07/08 konnte der FC Schalke 04 sein Vorjahresergebnis nicht ganz bestätigen und rangiert mit 124,5 Mio. Euro nur noch auf Platz 16. Zum zweiten Mal schaffte der SV Werder Bremen den Sprung in die Top 20 – begünstigt durch den Rekordumsatz von 114,7 Mio. Euro. Dieser resultiert nicht zuletzt aus dem erfolgreichen Abschneiden im DFB-Pokal (sechster Titel) und dem Erreichen des UEFA-Cup-Finales. Borussia Dortmund, UEFA-Champions-League-Sieger von 96/97, belegt als fünfter Bundesligist mit einem Gesamtumsatz von 103,5 Mio. Euro Position 18. Bei Erreichen eines internationalen Wettbewerbs in den kommenden Jahren könnte die Mannschaft um Trainer Jürgen Klopp ein regelmäßiger Vertreter in den Top 20 werden.

„Die positive wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Clubs ist die Folge von langfristigen Verträgen im TV- und Sponsoringbereich und einer damit verbundenen Planbarkeit, die mögliche wirtschaftliche Einschnitte abdämpft“, analysiert Christian P. Schneider, Fußball-Experte der Sport Business Gruppe bei Deloitte. „Neben den fünf deutschen Clubs in den Top 20 wird der positive Trend der Bundesliga durch den VfB Stuttgart mit einem Umsatz von 99,8 Mio. Euro und Position 24 bestätigt“, so Schneider weiter.