Bio-Konsum leicht rückläufig
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Verbraucher kaufen Bioprodukte aus den unterschiedlichsten Beweggründen. Für die einen ist es eine Lebenseinstellung, für die anderen geht es lediglich um besseren Geschmack. Im Dezember 2009 befragte das Aachener Marktforschungsunternehmen Dialego im dritten Jahr in Folge 1.000 Bundesbürger zum Kauf von Bionahrungsmitteln. Die Ergebnisse liefern Erkenntnisse darüber, wie sich die Nachfrage nach Bionahrungsmitteln seit 2007 entwickelt hat.
Der Konsum von Bionahrungsmitteln ist leicht rückläufig. Dies zeigt sich besonders deutlich in der Gruppe von Verbrauchern, die nur ganz bestimmte Nahrungsmittel in Bio-Qualität einkauft (2010 - 36 Prozent, 2008 - 39 Prozent, 2007 – 41 Prozent). Die Anzahl der Verbraucher, die keine Bionahrungsmittel einkaufen zeigt einen deutlichen Anstieg auf 14 Prozent (2008 – 11 Prozent, 2007 -10 Prozent).
Sicher spielt bei dieser Entwicklung die Wirtschaftskrise eine Rolle, aber auch die großen Lebensmittelskandale der Jahre 2002/2003 scheinen zunehmend aus dem Bewusstsein der Verbraucher zu verschwinden. Möglicherweise ist auch das Misstrauen gegenüber konventionellen, heimischen Lebensmitteln zurückgegangen. Gibt es doch Meldungen, nach denen die Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in deutschen Nahrungsmitteln abgenommen haben (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit).
In der Gruppe derer, für die der Einkauf von Bio eine Frage der Lebenseinstellung ist (27 Prozent) oder die wegen einer bestehenden Krankheit Bio essen (6 Prozent), gibt es keine Einbrüche. Diejenigen Verbraucher, die Bio essen, weil es gesünder ist (2010 – 57 Prozent, 2008 - 46 Prozent, 2007 – 42 Prozent) oder besser schmeckt (2010 - 36 Prozent, 2008 - 40 Prozent, 2007 – 47 Prozent) oder weil sie ihre Kinder gesund ernähren wollen (2010 - 13 Prozent, 2008 - 14 Prozent, 2007 –17 Prozent), sind innerhalb der letzten Jahre deutlich weniger geworden.
Geht es um das Vertrauen in bestimmte Kaufstätten, so hat das Vertrauen in Produkte direkt vom Erzeuger im Vergleich zu 2007 deutlich zugenommen, ebenso auf dem Wochenmarkt. Supermärkte und Discounter stagnieren. Auch wenn das Vertrauen in Bioläden und Reformhäuser rückläufig ist, stehen sie auf der Rangliste der vertrauenswürdigen Kaufstätten immer noch unter den ersten drei (Bioladen/Biosupermarkt 52 Prozent, Direkt vom Erzeuger 52 Prozent, Reformhaus 32 Prozent).
Auf der Rangliste der bevorzugten Einkaufsstätten finden wir gegenüber den vertrauenswürdigsten Einkaufsstätten fast eine Umkehrung der Verhältnisse. Hier finden sich auf Rang 1 die Supermärkte (72 Prozent) auf Rang 2 die Discounter (58 Prozent) und auf Rang 3 Bioladen/Biosupermarkt (29 Prozent). Sicher ist dies eine Frage des Preises und der Nähe zu den jeweiligen Kaufstätten.
Die Bedeutung von Markenprodukten hat deutlich abgenommen, 54 Prozent der Befragten sagen, Markenprodukte seien ihnen nicht wichtig, 2009 und 2008 waren es jeweils nur 49 Prozent. Auch mit den Biosiegeln nehmen es die Verbraucher inzwischen weniger genau, denn 2010 sagen 60 Prozent es sei ihnen egal, welches Siegel die Produkte hätten, 2008 fanden dies nur 55 Prozent und 2007 nur 42 Prozent.